Besucher/innen auf der Veranstaltung

Auf Einladung der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister e.V. (Vitako) und der ITEOS kamen am Montag, 25. November 2019, rund 200 Vertreterinnen und Vertreter der Städte, Gemeinden und Landkreise, der kommunalen Landesverbände, des Bundesinnenministeriums sowie des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg in Stuttgart zu einer Regionalkonferenz zusammen.

Stefan Krebs, Beauftragter der Landesregierung für Informationstechnologie, stellte in einem Vortrag die Digitalisierungsstrategie des Landes Baden-Württemberg vor, die im Juli 2017 vom Ministerrat auf den Weg gebracht worden war. Dr. Jens Dietrich beleuchtete den Stand der OZG-Umsetzung aus Sicht des Bundes-Innenministeriums. Bundesweit erfolge die Digitalisierung von rund 575 Verwaltungsleistungen arbeitsteilig in 14 Themenfeldern. Baden-Württemberg habe die Federführung für das Gebiet „Mobilität und Reisen“ übernommen.

Alexander Handschuh, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), hob die strategische Bedeutung der Digitalisierung hervor. Sie berühre das Selbstverständnis der Kommunen und werde die Entscheidungsfindung sowie die Verwaltungspraxis nachhaltig verändern. William Schmitt, Vorsitzender des Vorstandes der ITEOS, erklärte, ITEOS werde ihre Unternehmensstrategie als Digitalisierungsstrategie ausrichten, Digitalisierung erfordere die Konzentration auf das Wesentliche, das nur von Menschen geleistet werden könne. ITEOS werde sich strategisch darauf ausrichten, die digitale Souveränität der Gesellschaft zu sichern und die Kommunen mit ihren Produkten und Leistungen auf dem Weg in die Digitalisierung begleiten. Jürgen Abelshauser, Leiter des Centers Consulting & Projektmanagement der ITEOS, stellte in einem anschließenden Vortrag das Lösungskonzept für die Online-Verwaltung vor. Die Entwicklung der Technologie sei bereits weit fortgeschritten. Sie könne aber nur in Zusammenarbeit mit den Kommunen zum Bürger gebracht werden.

Dr. Björn Weiße, Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes der Stadt Karlsruhe, zeichnete die Zukunft vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Charaktere, welche die Services eines Bürgerbüros üblicherweise in Anspruch nehmen. In diesem Kontext bedeute Digitalisierung eine größere Bürgerzentrierung. Schon heute existiere in Karlsruhe ein digitales Bürgerbüro, in dem die Bürgerservices bei Bedarf komplett online abgewickelt werden können. Patrick Roßkothen, Landratsamt Konstanz, beschrieb als Beispiel den Modellprozess einer digitalen Kfz-Zulassung, und Stephan Jaud, Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration, erläuterte, wie das Land Baden-Württemberg die Kommunen bei der Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes unterstützen könne.

In einem abschließenden Round-Table-Gespräch ließen die Referenten die Vorträge Revue passieren und beantworteten Fragen aus dem Publikum. Als zentrale Herausforderung der Digitalisierung nannten die Teilnehmer die knappen personellen Ressourcen, den Fachkräftemangel, das Erfordernis eines grundlegenden kulturellen Wandels und den erhöhten Kommunikationsbedarf. Alle Werkzeuge und die einzelnen Bauelemente für eine digitale Kommune seien bereits vorhanden, so das Fazit. Sie müssten nun zu einem Gesamtwerk zusammengefügt werden.

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(Erstellt am 06. Dezember 2019)